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Arztbesuch: Regeln fürs Wartezimmer

Manch einer, der zum Arzt muss, ist schwer angeschlagen. Das Problem: In der Praxis kommt er in Kontakt mit vielen Krankheitserregern. Wie man sich geschickt verhält
von Nina Himmer, 26.07.2017

Keimkammer: Im Wartezimmer gibt es oft Patienten mit verschiedenen Infekten

Mauritius Images GmbH/SPL

Dauerhuster und Schniefnasen, Durchfallpatienten, Fiebergeplagte und Stimmlose – im Wartezimmer treffen sie alle aufeinander. Kein Wunder, dass etliche Patienten fürchten, sich dort weitere Krankheiten einzufangen. Und das ist eine durchaus berechtigte Sorge, meint Professorin Ulrike Protzer, Virologin am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München: "Genau wie in Bussen oder Bahnen sammeln sich in Wartezimmern Viren und Bakterien, weil viele kranke Menschen auf engem Raum zusammenkommen."

Ideale Voraussetzungen für Krankheitserreger, um sich durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion zu verbreiten. Wer zum Beispiel in die Hände niest, verteilt die Keime nicht nur in der Luft, sondern auch auf allem, was danach angefasst wird. Sie lauern deshalb überall: auf Türklinken, Kugelschreibern, Magazinen und Broschüren, Spielzeug, Stühlen oder am Kleiderständer sowie auf der Haut selbst.

Experten raten, Abstand zu halten

"Wie lange sich Bakterien und Viren auf solchen Oberflächen halten und infektiös bleiben, ist aber sehr unterschiedlich", sagt Dr. Jan Liese, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie an der Universitätsklinik Tübingen. Zeitschriften, Spielzeug oder Kugelschreiber halten die meisten Experten für unbedenklich.

Deutlich größer sei die Gefahr, sich durch Hautkontakt oder über die Luft zu infizieren. "Abstand und Hygiene sind daher am wichtigsten", sagen die Experten. Soll heißen: Im Wartezimmer lieber nicht neben den hustenden und niesenden Grippepatienten setzen, keine Hände schütteln, die eigenen vom Gesicht fernhalten, regelmäßig gründlich waschen und desinfizieren. Zusätzlichen Schutz vor einer Ansteckung kann eine Grippeimpfung bieten. "Wer sich an diese Regeln hält, kann das Infektionsrisiko deutlich reduzieren", sagt Protzer.

Maske: sinnvoll, aber unbeliebt

Effektiv wären übrigens auch Mund-Nasen-Masken, wie sie in vielen asiatischen Ländern häufig genutzt werden. Doch die Masken sind im Westen wenig populär.

Neben dem Einhalten der Verhaltensregeln rät Facharzt Liese dazu, sich die Praxis des Hausarztes genau anzusehen: Wird regelmäßig gelüftet? Achtet man auf kurze Wartezeiten? Werden Patienten mit ansteckenden Krankheiten wie Windpocken oder Masern von nicht geimpften Personen isoliert?

Wartezeit sinnvoll nutzen

Viele Ärzte bieten an, dass Patienten bei längerer Wartezeit noch Besorgungen machen können und dann per Anruf oder SMS in die Praxis einbestellt werden. Falls Ihr Arzt das noch nicht tut, bitten Sie ihn um diesen Service.

Wer mit einer normalen Erkältung in die Praxis kommt und die wichtigsten Regeln beherzigt, der muss sich nicht übermäßig sorgen. "Wer schon krank ist, hat meist nur ein geringes Risiko für Infektionen mit ähnlichen Erregern", sagt Mikrobiologe Liese. "Denn das Immunsystem arbeitet bereits auf Hochtouren."

Wie viel Wartezeit ist akzeptabel?

Grundsätzlich gilt: Wer ohne Termin zum Hausarzt geht, muss eine lange Wartezeit in Kauf nehmen. Mit Termin sollten Sie hingegen innerhalb von 15 bis 30 Minuten drankommen.

Sitzen Sie trotzdem regelmäßig deutlich länger im Wartezimmer, deutet das auf eine schlechte Praxisorganisation hin. Das sollte man ansprechen. Manchmal hilft aber nur ein Arztwechsel.




Bildnachweis: Mauritius Images GmbH/SPL

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